| Wie funktioniert ein Computer
Der Computer funktioniert in der Regel nur mit den
beiden Komponenten Hardware und Software. Unter der
Hardware versteht man alle mechanischen und elektronischen
Bauteile eines Computers oder eines an diesem betriebenen
Gerätes. Unter der Software wiederum werden alle
Programme verstanden, die der Computer abarbeiten kann
und alle Daten, auf die er dabei zugreift.
Vorweg sei erwähnt, dass der Computer nur zwei
Befehle versteht: Ein und Aus oder Wahr und Falsch.
Dies drückt sich im so genannten Binärcode
aus, der aus den beiden Zahlen 0 und 1 besteht. So sieht
die Zahl 15 im Binärcode zum Beispiel wie folgt
aus: 1111, während die Zahl 11 wie folgt geschrieben
wird: 1011. Alle Daten und Befehle werden in diesem
Binärcode transportiert.
Der Wissenschaftler John von Neumann definierte ein
Konzept zur Funktionsweise eines Computers, dabei ist
dieses bis heute das Grundprinzip für die Funktionsweise
dessen:
1. Ein Computer besteht aus Steuerwerk, Rechenwerk,
Speicher und Ein- und Ausgabegeräten.
2. Die Maschine benutzt einen Binärcode.
3. Im Speicher befinden sich das Programm und die Daten,
die das Programm verarbeiten.
4. Das Programm ist eine Kette logischer Entscheidungen
mittels Binärdarstellung.
5. In Abhängigkeit von bestimmten Bedingungen können
Vorwärts- oder Rückwärtssprünge
vorgenommen werden. Die Ausführung eines Sprungs
lässt sich von gespeicherten Werten abhängig
machen.
Die Komponenten Rechenwerk, Speicher und Steuerwerk
bilden in einem modernen Computer die Zentraleinheit
(CPU). Bei einem Großrechner unterteilt sich die
CPU in den Verarbeitungsprozessor mit Steuerwerk und
Rechenwerk, den Ein- und Ausgabeprozessoren, den Kontrollprozessoren
und den Arbeitsspeicher. Bei einem Personal Computer
(PC) sind Steuerwerk und Rechenwerk im Prozessor verschmolzen.
Die CPU ist das Kernstück eines Rechners, denn
sie verarbeitet Anweisungen und teilt den anderen Teilen
des Computers mit, was zu tun ist. Damit ist sie das
Gehirn des Computers und führt alle Befehle aus
und verarbeitet die Daten, die der User durch Maus,
Tastatur oder andere Eingabegeräte eingibt.
Der Verarbeitungsprozessor besteht aus dem Steuerwerk
und dem Rechenwerk und in ihm findet die eigentliche
Rechenarbeit statt. Dabei bestimmt das Steuerwerk die
Reihenfolge in denen die Befehle abgearbeitet werden
müssen und decodiert und analysiert diese. Das
Rechenwerk hingegen führt sie schließlich
aus. Alle Teile des Prozessors sind so konstruiert worden,
das möglichst keine Leerlaufzeiten entstehen, weshalb
er über einen Cache einen Zwischenspeicher
verfügt, in dem Daten aus dem Arbeitsspeicher,
die weiter verarbeitet werden sollen und jene, die vom
Ein- und Ausgabeprozessor für den Arbeitsspeicher
sind, zwischengespeichert werden. Damit verkürzt
sich die Arbeitszeit enorm, da der Verarbeitungsprozessor
Päckchenweise die Daten aus dem Cache liest oder
dort ablegt.
Der Ein- und Ausgabeprozessor ist für den Kontakt
der Zentraleinheit mit den Peripheriegeräten zuständig.
Zu diesen zählen der Bildschirm, Tastatur, Maus,
Drucker, externe Speichermedien und einige mehr. Er
gibt sowohl Daten an diese Geräte aus als das er
auch diese von ihm entgegennimmt. Damit entlastet er
den Verarbeitungsprozessor. Erhält er einen Befehl
von diesem, gibt er erst eine Antwort darauf, wenn er
die gesamte Befehlskette abgearbeitet hat und dem Prozessor
die Daten als Komplettergebnis schnell zur Verfügung
stellen kann. Durch das Programm des Ein- und Ausgabeprozessors
werden zum Beispiel folgende Tätigkeiten durchgeführt:
- Start von peripheren Geräten
- Steuerung der peripheren Geräte
- Lesen von Daten aus dem Arbeitsspeicher
- Schreiben von Daten auf externe Speicher
Das Rechenwerk dient dazu die Rechenoperationen Addition,
Subtraktion, Multiplikation und Division, sowie logische
Operationen wie Und-, Oder-, Nicht-Verknüpfungen
durchzuführen. Es wird auch Arithmetik Logic Unit
(ALU) genannt. Das Werk erhält vom Steuerwerk die
decodierten Befehlsinformationen und die Operanden für
die Rechenoperation und gibt die Ergebnisse an dieses
wieder zurück. Ein einfaches Rechenwerk umfasst
dabei die Teile Register, logische Schaltungen, Addierwerk
und Operationssteuerung. In den Registern werden die
zu verarbeitenden Daten und Ergebnisse zwischengespeichert,
dabei sind dies Speicher, die besonders schnell zu lesen
und zu beschreiben sind. Mit Hilfe der logischen Schaltungen
und des Addierwerks nimmt das Rechenwerk logische Schlüsse
und Berechnungen vor. Die Steuerung des Werks sorgt
währenddessen dafür, dass es Rechenoperationen
selbstständig durchführt.
Das Steuerwerk hat die Aufgabe den Ablauf der internen
Befehlsketten zu leiten und zu beaufsichtigen. Seine
Aufgaben sind:
- Übertragung von Daten vom Speicher ins Rechenwerk
- Decodierung und Interpretieren von Befehlen
- Versorgung der an der Verarbeitung beteiligten Systemteile
mit Steuersignalen
- Anstoßen des Rechenwerks zur Ausführung
einer bestimmten Operation
- Entscheidungsfindung über die Weiterverarbeitung
der Rechenergebnisse
Der Arbeitsspeicher (RAM) ist ein Gedächtnisteil
des Computers, und Daten und Programme, die dieser verarbeiten
soll, befinden sich in ihm. Für die verschiedenen
Informationen sind im Speicher verschiedene Bereiche
reserviert: Programmspeicher, Datenspeicher, Betriebssystem
und Anwendungsprogramme, Eingabedaten, Ausgabedaten
und Daten im Verarbeitungsprozess. Dabei unterteilt
er sich in eine Vielzahl von Speicherzellen, die alle
eine eindeutige Nummer zugewiesen bekommen haben und
in der immer eine bestimmte Information gespeichert
ist. Somit ist es möglich über die Adresse
an eine bestimmte Speicherzelle und somit an die darin
enthaltene Information zu gelangen. Am Beginn der Datenverarbeitung
werden die Speicherzellen mit den Daten und dem Programm
geladen und im Laufe der Verarbeitung von der Zentraleinheit
der Reihe nach wieder aus dem Arbeitsspeicher entnommen.
Die Ergebnisse legt sie dann wiederum in den Speicherzellen
ab und bei der Ausgabe dieser wird der Arbeitsspeicher
geleert. Holt die Zentraleinheit dabei Daten oder Programme
aus dem Arbeitsspeicher, so liest sie diesen. Überträgt
sie die Daten und Anweisungen des Programms jedoch in
den Arbeitsspeicher, so beschreibt sie ihn. Die Größe
der Speicherkapazität und die Zugriffszeit sind
dabei immer von Computer zu Computer unterschiedlich.
Da die Daten im Arbeitsspeicher nicht fest gespeichert
werden können, kommt noch ein weiteres Speichermedium
im Computer zum Einsatz: der Festwertspeicher (ROM).
Hier ist auch das Programm hinterlegt, welches den Computer
beim Laden des Betriebssystems unterstützt. Dieses
trägt den Namen bootstrap (Stiefelanzieher). Die
Betriebsmerkmale des Festwertspeichers lauten wie folgt:
1. Daten können nur gelesen werden. Ein Speichern
von Daten während des Betriebes ist nicht möglich.
2. Beim Ausschalten der Versorgungsspannung bleibt der
Speicherinhalt unverändert.
3. Nach dem Einschalten der Versorgungsspannung sind
Programme im Festwertspeicher sofort verfügbar.
Der ROM enthält als Festwertspeicher die permanenten
Ein- und Ausgabebefehle, das so genannte Basic Input
Output System (BIOS). Bei einem Neustart werden die
nötigen Befehle aus diesem gelesen. Bei einem PC
gibt es zudem die besondere Form des ROMs, das Erasable
Programmable ROM (EPROM). Dieser Festwertspeicher ermöglicht
es, dass man ihn nicht nur lesen, sondern auch beschreiben
und wieder löschen kann. Die Verwendung des EPROMs
wurde erforderlich, damit der User zu den Grundeinstellungen
des Herstellers auch selbst Dinge wie zum Beispiel weitere
Festplatten oder die Systemzeit - beim Wechsel zwischen
Sommer- und Winterzeit - eintragen kann.
Ein Quarzkristall im Computer dient als Taktgeber,
der die Reaktionen der zahllosen Schaltungen synchronisiert.
Die aus dem Kristall abgegebenen Impulse steuern zusammen
mit anderen Signalen den Rhythmus der Vorgänge
im Computer und sorgen dafür, dass die Schaltungen
nicht aus dem Gleichtakt kommen. Bei PCs beträgt
die Taktrate heute je nach Alter und Bauart ab 400 Megahertz
bis weit über drei Gigahertz aufwärts.
Die Schnittstellen sind Übergangsstellen zwischen
zwei Bereichen, die die Übertragung der Daten der
Zentraleinheit auf alle anderen Bereiche ermöglicht.
Damit sich die einzelnen Bereiche verstehen, müssen
sie beide über Steuerprogramme verfügen. Zwei
Schnittstellen sind dabei beim Computer Mindestanforderung,
nämlich eine für die Eingabe und eine für
die Ausgabe. Dabei unterscheidet man zwischen seriellen
und parallellen Schnittstellen, was bedeutet, das bei
Seriellen ein Bit nach dem Anderen übertragen und
anschließend gebündelt werden, während
die Parallelen acht oder ein vielfaches von acht Bit
gleichzeitig auf parallelen Leitungen überträgt.
Mittlerweile gibt es jedoch den Universal Serial Bus
(USB), der die Schnittstellen weitestgehend abgelöst
hat. Die Daten werden seriell, aber in viel größerer
Geschwindigkeit übertragen, wobei jedoch die Möglichkeit
besteht Geräte hintereinander zu verbinden. Auch
Firewire ist ein neues Schnittstellensystem, welches
im Gegensatz zum USB auch noch die Möglichkeit
bietet Geräte untereinander ohne PC
miteinander zu verbinden.
Die Sammelleitungen für den Nachrichtentransport
bezeichnet man als Bus. Man unterscheidet zwischen:
- den Adressbus für die Speicheradressen
- den Datenbus für die ein- und auszugebende Daten
- Den Steuerbus für die Steueranweisungen
Das Bussystem ist wichtig um beliebige Peripheriegeräte
anzuschließen.
Im Laufe der Entwicklung vom Großrechner zum
PC wurde der Mikroprozessor entwickelt, der das Rechenwerk
und das Steuerwerk in einem vereint. Dieser bildet zusammen
mit dem Arbeitsspeicher bereits einen funktionsfähigen
Mikrocomputer. Der Mikroprozessor ist der Verstand des
Computers und die Leistungsfähigkeit des Mikrocomputers
wird durch diesen Prozessor bestimmt.
Der PC ist dem Großrechner sehr ähnlich,
jedoch in modularer Bauweise konstruiert, die eine Erweiterung
für spezielle Anwendungsgebiete zulässt. Neben
dem Prozessor als wichtiger Bestandteil des PCs wird
auch das Mother- oder Mainboard als solches genannt.
Dieses ist die Hauptplatine und enthält die Grundausstattung
des Computersystems. Hier befinden sich alle wichtigen
Funktionseinheiten Mikroprozessor, Takteinheit,
ROM, RAM und die zugehörigen Steuereinheiten
und Steckplätze zur Systemerweiterung. Sämtliche
Bestandteile der Hauptplatine müssen aufeinander
abgestimmt sein, da sonst Hardwarekonflikte auftreten
können.
Um sinnvoll mit dem Computer arbeiten zu können
benötigt man zudem neben der Software
noch eine unbestimmte Anzahl an Zusatzgeräten,
die als die Peripheriegeräte bezeichnet werden.
Dabei unterscheidet man zwischen den Eingabegeräten
wie etwa Tastatur, Maus, Scanner, Lesestift
den Ausgabegeräten beispielsweise Bildschirm,
Drucker, Plotter und den Speichergeräten
Festplattenlaufwerk, CD-ROM-Laufwerk, und einigen
mehr. Mit diesen Geräten übermittelt der User
die Daten an den Computer. Wie viele davon an den Computer
angeschlossen sind, ist abhängig von der Anzahl
der Schnittstellen, die dieser hat. Durch einen so genannten
externen Hub kann man dem Computer noch beliebig viele
Schnittstellen zur Verfügung stellen, womit beliebig
viele Peripheriegeräte angeschlossen werden können.
Doch all die Hardware bei einem Computer nützt
nur wenig, wenn man keine Software hat. Nur mit der
Software kann man den Computer überhaupt nutzen.
Dabei unterscheidet man zwischen der maschinennahen
Software, welche die Systemsoftware ist, und der menschennahen
Software, die die Anwendungssoftware abdeckt.
Zu der Gruppe der Systemsoftware zählen die Betriebssysteme
mit den Benutzeroberflächen, Programmiersprachen
und Programme für die Vernetzung von Rechnern
die Kommunikationssoftware. Die Anwendungssoftware lässt
sich im groben unterteilen in Individual- und Standardsoftware.
Das Betriebssystem spielt die Schlüsselrolle beim
Betrieb eines Computers. Je nach Auswahl des Systems
können weitere Anwendungssoftware und Peripheriegeräte
genutzt werden. Auch ist die Wahl dessen entscheidend
für den Nutzerkomfort. Es gibt Betriebssysteme
mit grafischen Benutzeroberflächen wie Windows
und Linux, sowie jene, die eine rein textbasierte Benutzeroberfläche
haben, wie zum Beispiel DOS welches heute jedoch
kaum noch zum Einsatz kommt.
Das Betriebssystem hilft in erster Linie dabei, das
Anwendungsprogramme die Hardware nutzen können.
Gleichzeitig stellt es Programme zur Verfügung,
die der Anwender selber benutzt, wie zum Beispiel für
das kopieren von Daten. Es ist eine Art Vermittler zwischen
der Hardware, den Anwendungsprogrammen und dem Benutzer.
Bei der Verbindung zur Hardware ist das Zusammenspiel
mit dem Prozessor von entscheidender Bedeutung, dass
das Betriebssystem direkt auf den Prozessor abgestimmt
sein muss. Das Betriebssystem wird beim Einschalten
des Computers gestartet und übernimmt dann die
Hauptaufgabe der Steuerung des Datenflusses zwischen
der Hardware und der Software. Dazu gehören zum
Beispiel folgende Verwaltungsaufgaben:
- die Präsentation der Oberfläche, von der
aus andere Programme gestartet werden
- das Kopieren, Löschen, Laden und Speichern von
Dateien
- die Übertragung der Daten auf Bildschirm, Drucker
und andere Hardwarekomponenten
- die Überprüfung der Funktionsfähigkeit
dieser Komponenten
- die Datensicherung
- das Anlegen und Löschen von Verzeichnissen
- das Formatieren von Speichermedien
- das Verwalten des Arbeitsspeichers für die Anwenderprogramme
- das Speichern von Systemeinstellungen
Neben diesen allgemeinen Verwaltungsaufgaben gibt es
noch zahlreiche Hilfsprogramme, die das Arbeiten mit
Anwendungsprogrammen unterstützen bzw. die Bedienung
für den Anwender vereinfachen sollen. Zu ihnen
zählt bei Windows zum Beispiel standardmäßig
ein Texteditor, ein einfaches Grafikprogramm, Verwaltungsprogramme
für den Computer und die Kommunikation mit dem
Internet und viele mehr.
Zusammengefasst lässt sich sagen: die Hardware
ist das Herzstück eines Computers, das Skelett
und die Nervenbahnen mit einem Gehirn in Form des Zentralprozessors.
Die Software, in Form der Betriebssysteme, ist das zentrale
Nervensystem, dass ein Zusammenspiel des Nutzers mit
der Software und der Hardware ermöglicht, steuert
und koordiniert.
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